5 Dinge, die jeder über Bodenkontakt: Schuhwahl, Trittsicherheit & Haltung bei winterlichen Bedingungen wissen muss
Kurzantwort: Für sicheren Bodenkontakt bei Eis und Schnee sind passende Schuhsohlen, eine korrekte Schnürtechnik, bewusstes Gangbild, gezieltes Balance-Training und richtige Pflege entscheidend. Dieser Beitrag fasst die fünf wichtigsten Punkte kurz und praxisnah zusammen.
1) Die richtige Sohle wählen
Warum relevant: Die Sohle ist die direkte Verbindung zum Untergrund. Ein tiefes Profil, weichere Gummimischungen, die bei Kälte flexibel bleiben, und seitliche Lamellen (Siping) verbessern den Grip auf Eis und nassem Schnee. Wird das Material bei Minusgraden hart, verliert es Haftung — das erhöht das Sturzrisiko.
2) Profilform und Gummimischung
Warum relevant: Die Profilform verhindert das Festsetzen von Schnee, die Gummimischung erhält Flexibilität. Offene Profilblöcke mit ausreichendem Abstand verhindern Verstopfung; spezielle Wintergummis bleiben bei Kälte elastisch und bieten bessere Reibung.
3) Passform & Schnürtechnik
Warum relevant: Sicherer Halt beginnt am Fuß. Eine korrekte Schnürung fixiert Ferse und Mittelfuß, reduziert Scherkräfte und verbessert die Wahrnehmung. Verwenden Sie die „Fersenfix“-Schnürtechnik (enger im Knöchelbereich, lockerer am Spann), um Stabilität zu erreichen, ohne Druckstellen zu verursachen.
4) Körperhaltung und Schritttechnik
Warum relevant: Haltung und Gang bestimmen, wie die Kraft auf die Sohle wirkt. Oberkörper leicht nach vorn, kurze Schritte, Fuß flach aufsetzen (kein weit vorgeschobenes Abrollen) senken das Risiko auszurutschen. Blick nach vorne statt auf die Füße hilft, Hindernisse früh zu erkennen.
5) Training für Standfestigkeit
Warum relevant: Muskulatur und Gleichgewicht verbessern die Reaktionsfähigkeit auf weichen und rutschigen Untergründen. Drei einfache Übungen (siehe unten) erhöhen die Stabilität schon nach wenigen Wochen.
Hintergrund & Relevanz
Winterliche Trittsicherheit betrifft Pendler, Handwerker, Zusteller und besonders ältere Menschen. Klima und Region spielen eine Rolle: In milden Küstengebieten reichen andere Sohlen als in Regionen mit dauerhaftem Frost. Am Arbeitsplatz können zudem Sicherheitsnormen (EN ISO 20345, z. B. S1P/S3) gelten — dort sind Rutschhemmung und Zehenschutz oft verbindlich.
Vorteile & Anwendungsfälle
- Vorteil 1: Bessere Haftung reduziert Sturzrisiko bei Glätte.\
- Vorteil 2: Gezielte Schnürtechnik verhindert Umknicken.\
- Vorteil 3: Balanceübungen erhöhen Selbstvertrauen auf vereisten Wegen.
Praktische Anwendungsfälle: Fußwege in Städten, Baustellen, Lieferdienste, Seniorenwege.
Tipps & Best Practices
- Wähle eine Wintersohle mit Lamellen (Siping) und offener Profilstruktur; für Arbeitsbereiche auf EN ISO 20345-konforme Sicherheitsschuhe (S1P/S3) achten.\
- Nutze die Fersenfix-Schnürtechnik: Schnüre ab Zehenkappe normal, am Spann etwas lockerer, am Knöchel enger, um Fersenrutschen zu verhindern.\
- Layering für Füße: dünne Funktionssocke + isolierende Wollsocke; keine zu dicken Socken, die die Schuhe zu eng machen.\
- Pflegehinweise: Salzreste und Streumittel abbürsten, mit lauwarmem Wasser reinigen, Imprägnierung bei Bedarf erneuern. Siehe unsere Anleitungen zu Textilpflege und Material-Vergleich für detaillierte Hinweise.
Interne Links: Lesetipp zu Pflege und Waschhinweisen: Textilpflege (https://www.forsberg.works/textilpflege). Für Materialunterschiede von Sohlen und Membranen: Material-Vergleich (https://www.forsberg.works/material-vergleich).
Technische Empfehlungen
- Material: Wintergummis, PU‑Zwischensohlen, abriebfeste Laufsohlen mit Kälteflex.\
- Zusatzausstattung: Abnehmbare Spikes/Mikrospikes für vereiste Abschnitte; nicht auf blankem Asphalt einsetzen (Rutschgefahr).\
- Normen: Bei beruflicher Nutzung auf EN ISO 20345 achten; Klassen S1P (Durchtrittschutz) und S3 (wasserabweisend + Durchtrittschutz) sind relevant.
Produkt-Hinweis: Für Arbeitsumfelder lohnt ein Blick in die GenXtreme-Kategorie für robuste Winterstiefel (https://www.forsberg.works/genxtreme).
Drei Mini-Übungen für mehr Standfestigkeit (täglich 5–10 Minuten)
1) Einbeinstand mit Augen offen/geschlossen: Stelle dich an eine Stuhllehne, balanciere 30–60 Sekunden auf einem Bein, 3× pro Seite; mit geschlossenen Augen steigern.\
2) Gewichtsschwenk: Füße hüftbreit, langsam das Gewicht von Fußspitze zu Ferse verlagern, 2×30 Wiederholungen. Trainiert die Reaktion beim Ausrutschen.\
3) Tandem-Walk (Ferse an Zehe): 10–15 Schritte vorwärts und rückwärts; stärkt Fußsensorik und Gangkontrolle.
Fortschritt: Erhöhe Dauer oder mache die Übungen auf einer weichen Matte bzw. auf unebenem Untergrund.
FAQ: Sind Microspikes auf Gehwegen erlaubt und sicher?
Microspikes sind effektive, temporäre Traktionshilfen auf vereisten Flächen. In vielen Städten sind sie auf Gehwegen erlaubt, aber Vorsicht: Auf glattem Pflaster oder Asphalt können Metallspitzen Abrieb verursachen und selbst zur Rutschgefahr werden. Wähle Modelle mit austauschbaren Spitzen oder Gummirahmen und setze sie nur dort ein, wo die Oberfläche wirklich vereist ist. Bei beruflicher Nutzung können Spikes reglementiert sein — Arbeitgeber müssen Schutzmaßnahmen abwägen. Entferne Spikes in Gebäuden, Läden und auf glatten Treppen. Pflegehinweis: reinigen, trocknen und Spitzen regelmäßig prüfen. (Hinweis: Keine Rechtsberatung; lokale Vorschriften beachten.)
FAQ: Wie wähle ich winterliche Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345?
Für berufliche Anforderungen prüfen Sie zuerst die benötigte Sicherheitsklasse: S1P bietet Durchtrittschutz und antistatische Eigenschaften, S3 ergänzt Wasserdichtigkeit. Achten Sie zusätzlich auf Rutschhemmung (Profil, Material); Hersteller geben oft Rutschprüfungen wie SRC an. Probieren Sie Schuhe mit Ihren Arbeitssocken an, testen Sie Fersenhalt und Zehenfreiheit. Bei regelmäßiger Nutzung in der Kälte sind wintertaugliche Gummimischungen und isolierende Einlagen wichtig. Dokumentation und CE‑Kennzeichnung prüfen — bei Unklarheit fachkundige Beratung durch den Arbeitsschutzausstatter einholen.
FAQ: Wie pflege ich Winterstiefel richtig, damit die Sohlen lange greifen?
Reinigung: Salz- und Schmutzreste nach jedem Einsatz entfernen (Bürste, lauwarmes Wasser). Trocknen: Nicht auf Heizkörpern trocknen — Leder und Kleber leiden; lieber bei Raumtemperatur langsam trocknen, dicke Einlagen herausnehmen. Imprägnierung: Je nach Material (Leder vs. Membran) regelmäßige Pflege und Neuimprägnierung anwenden. Überprüfe Sohlen auf Risse und abgefahrenes Profil; bei starker Abnutzung Schuhe oder Laufsohle ersetzen. Mikrospikes warten: Schrauben und Gummiteile kontrollieren. Unsere Pflegetipps im Detail sind im Bereich Textilpflege beschrieben.
Glossar
- EN ISO 20345: Europäische Norm für Sicherheitsschuhe. Definiert Anforderungen wie Zehenschutz und optionale Eigenschaften (z. B. Wasserdichtigkeit). Relevanz: Bei beruflicher Nutzung ist die Einhaltung oft verpflichtend.\
- S3: Sicherheitsklasse innerhalb EN ISO 20345, die neben Zehenschutz auch Wasserdichtigkeit und Durchtrittschutz beinhaltet — nützlich für nasse, winterliche Baustellen.\
- Siping: Feine Einschnitte in Profilblöcken, die die „Zahnung“ der Sohle erhöhen. In der Praxis verbessern sie die Anpassung an unregelmäßige Eisflächen.
TL;DR
- Sohle und Gummimischung entscheiden über Grip bei Kälte.\
- Richtige Schnürtechnik verbessert Fersenhalt und Stabilität.\
- Kurze Schritte und leicht nach vorn geneigte Haltung reduzieren Sturzrisiko.\
- Tägliche Mini-Übungen erhöhen die Standfestigkeit spürbar.
Checkliste – beim Kauf & Einsatz
- Wintergeeignete Gummimischung und offenes Profil prüfen.\
- Passform mit Arbeits- oder Wintersocke testen.\
- Schnürtechnik: Fersenfix kontrollieren.\
- Ersatz-Einlagen und abnehmbare Spikes in Betracht ziehen.\
- Schuhe pflegen: Salz entfernen, Imprägnierung erneuern.
Deine Vorteile
1) Größen- und Materialberatung anfordern: Kontaktieren Sie unsere Beratung für passende Winter- und Sicherheitsstiefel.\
2) Direkt zu passenden Produkten: Schauen Sie in die GenXtreme-Winterstiefel-Kategorie (https://www.forsberg.works/genxtreme) für robuste Modelle.
Autor: Elisabeth „Lisbeth“ Kramer, Freiberufliche Autorin
Aktualisiert am: 2026-02-08
Quellen:
- Rutsch- und Stolperprävention – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) – dguv.de
- Informationen zu Arbeitsschutz und Normen – Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) – baua.de
- Test: Winterschuhe – Stiftung Warentest – test.de
